Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?
über die Liebe in finsteren Zeiten

Buch/Regie:
James Edward Lyons

Musikalische Arrangements :
Ferdinand von Seebach



Berliner Erstaufführung:
Kleines Theater, Berlin 2006


mit Melanie Haupt, Katharina Koch, Iris Werlin,
Urs Werner Jaeggi
, Ferdinand von Seebach,
Jan Reimitz, Wolf-Dieter Richert

"Zeig' der Welt nicht dein Herz,"

Die Zeile von Bruno Balz könnte als Motto für eine Welt dienen, in der man sich nur hinter Masken und zwischen Zeilen seine Gedanken und Gefühle äußern konnte. Die ‚Verdunkelungsmaßnahmen' des NS-Regimes, vom damaligen Meister der Doppeldeutigkeit, Werner Finck aufgespießt, begleiten auch metaphorisch diese musikalische Revue über ‚die Liebe in finsteren Zeiten'.

Die umstrittene Geschichte des deutschen Unterhaltungslieds im dritten Reich ist eng mit den Liedern von Michael Jary und seinen 'Textdichter' Bruno Balz verknüpft. ‚Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n', ‚Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern' oder 'Davon geht die Welt nicht unter': nicht nur die großen Schlager von Zarah Leander wurden von der Propagandamaschinerie instrumentalisiert.

Das Leben als Drahtseilakt: In Anlehnung an der berühmten ‚Scala' Revuen in Berlin der 40er Jahre wechseln sich an diesem Abend dramatische Szenen mit Varieténummern ab.
Die Liebe als Revue-Karussell: Jarys geheime, leidenschaftliche Affäre mit Zarah Leander , Evelyn Künnekes unglückliche Liebe zu Jary; das Flattern des ‚chilenischen Nachtigall' Rosita Serrano : sie finden alle ihren Niederschlag in und zwischen den Zeilen der gemeinsamen Schlagern.

Eine Unterhaltungsrevue, die auch ein Stück deutscher Unterhaltungsgeschichte ist.