Der Graue Engel
von Moritz Rinke

Regie:
James Edward Lyons

Musikalische Arrangements :
Ferdinand von Seebach

Ausstattung :
Zoltan Labas

Berliner Erstaufführung:
Kleines Theater, Berlin 2009


mit Agnes Hilpert, Urs Werner Jaeggi

Der graue Engel von Moritz Rinke ist eine poetisch-absurde Phantasie über die letzten Tage von Marlene Dietrich in ihrem abgeschlossenen Pariser Wohnung.

Es ist die tragi-komische Selbstinszenierung einer Göttin, die von ihrem selbst-erschaffenen Mythos nicht loslassen kann. Sie thront wie eine trotzige Göre in ihrem einsamen Bett, und herrscht wie eine eiserne Königin ohne Reich. Täglich probt sie ihre letzte große Reise nach Geburtsstadt Berlin und übt den Text ihres künstlichen Lebens. Im Zimmer stehen lauter Kisten mit Erinnerungsstücken, gestapelt, Berge von Assessoires und Briefen. Die Erinnerungen an ihrer Kindheit in Schöneberg haben sich tief in ihre Seele eingeritzt. Dass ihr nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland so viel Hass entgegen geschlagen war, hat sie tief verletzt. Sie hat nicht verstanden, dass man sie als Verräterin beschimpfte. Sie träumt davon, nach Berlin zurückzukehren, und - im Tod - schafft sie es.